Wie viele Schlafphasen gibt es pro Nacht? Einfach erklärt
Wenn du morgens müde aufwachst oder nachts immer wieder kurz wach wirst, taucht schnell die Frage auf: wie viele Schlafphasen gibt es – und mache ich „zu wenig“ davon? Die gute Nachricht: Schlaf ist kein starrer Block, sondern ein natürlicher Rhythmus. In einer Nacht wechseln sich verschiedene Schlafstadien ab, und diese Abfolge wiederholt sich mehrfach. Wenn du verstehst, wie das grob funktioniert, wird vieles entspannter – und oft auch leichter zu beeinflussen.
Kurz erklärt: Wie viele Schlafphasen gibt es?
Die Frage wie viele Schlafphasen gibt es kann zwei Dinge meinen:
- Schlafstadien: Es gibt 4 Schlafstadien – drei Non-REM-Stadien (N1, N2, N3) und den REM-Schlaf.
- Schlafzyklen: Pro Nacht durchlaufen die meisten Menschen 4 bis 6 Schlafzyklen (je nachdem, wie lange sie schlafen).
Schlafstadien vs. Schlafzyklen: die wichtigsten Begriffe
- Schlafstadien sind die „Abschnitte“ innerhalb eines Zyklus (N1, N2, N3 und REM).
- Ein Schlafzyklus ist die wiederkehrende Abfolge dieser Stadien – typischerweise im Schnitt etwa 70 bis 110 Minuten.
Warum wir überhaupt in Schlafphasen schlafen
Der Körper schläft nicht einfach „durch“, sondern wechselt nachts zwischen unterschiedlichen Zuständen. Das ist normal und sinnvoll.
- Non-REM-Schlaf steht eher für körperliches Runterfahren und Regeneration.
- REM-Schlaf ist oft mit Träumen verbunden und spielt eine Rolle bei Verarbeitung und Gedächtnis.
- Die Schlafarchitektur verändert sich über die Nacht: Früh mehr Tiefschlaf, später mehr REM.
- Kurz wach werden kommt bei vielen Menschen vor – oft ohne, dass es „schlechter Schlaf“ sein muss.
Was in den Phasen grob passiert
- Non-REM: Puls und Atmung werden ruhiger, der Körper „schaltet runter“.
- REM: Das Gehirn ist aktiver, Träume sind häufiger/lebhafter.
Die 4 Schlafstadien im Überblick
Hier ist die klassische Einteilung, wenn man mit „Schlafphasen“ die Schlafstadien meint:
N1 – Einschlafphase
- Übergang vom Wachsein in den Schlaf
- Man ist noch leicht weckbar und „döst“ eher
N2 – Leichtschlaf
- Bei vielen Menschen der größte Anteil der Nacht
- Körperfunktionen beruhigen sich weiter
N3 – Tiefschlaf
- Gilt als besonders körperlich erholsam
- Man ist schwerer weckbar
- Kommt häufig stärker in der ersten Nachthälfte vor
REM-Schlaf – Traumschlaf
- Träume treten häufiger und oft lebhafter auf
- Der REM-Anteil nimmt meist eher in der zweiten Nachthälfte zu
Wie viele Schlafphasen pro Nacht hat man wirklich?
Wenn du mit „Schlafphasen“ die Zyklen meinst, lautet die alltagsnahe Antwort: meist 4 bis 6 Zyklen pro Nacht. Wie viele Schlafphasen pro Nacht hat man, hängt vor allem von der Schlafdauer ab.
Faustformel nach Schlafdauer
- ca. 6 Stunden Schlaf → oft etwa 4 Zyklen
- ca. 7–8 Stunden Schlaf → oft etwa 5 Zyklen
- ca. 9 Stunden Schlaf → oft etwa 6 Zyklen
Warum die Nacht nicht gleichmäßig ist
- Mehr Tiefschlaf eher früher in der Nacht
- Mehr REM-Schlaf eher später
- Kurze Wachphasen zwischen Zyklen sind häufig und nicht automatisch ein Problem
Was beeinflusst, wie viele Schlafphasen man hat?
Wenn du dich fragst, wie viele schlafphasen hat man, ist die wichtigste Stellschraube meist nicht „mehr Tiefschlaf erzwingen“, sondern die Bedingungen, unter denen dein Schlaf stabil laufen kann.
- Schlafdauer (der größte Einfluss auf die Anzahl der Zyklen)
- Alter (Tiefschlaf nimmt bei vielen im Laufe des Lebens ab)
- Stress und Anspannung (häufig unruhiger, mehr Unterbrechungen)
- Alkohol (kann Schlafphasen verschieben und den Schlaf fragmentieren)
- Unregelmäßige Schlafzeiten (Rhythmus wird instabiler)
- Umgebung: Licht, Lärm, Temperatur, Luftqualität
Normal vs. abklärungsbedürftig
Einzelne unruhige Nächte oder kurzes Wachwerden sind häufig. Abklären lassen solltest du es, wenn über längere Zeit z. B. starke Tagesmüdigkeit entsteht, du regelmäßig Sekundenschlaf erlebst oder sehr lautes Schnarchen mit möglichen Atemaussetzern auffällt.
Die wichtigsten Hebel für rundere Schlafzyklen
- Konstante Zeiten: möglichst ähnliche Aufsteh- und Zubettgehzeiten (realistisch: ±30–60 Minuten).
- Abend-Runterfahren: den Tag sanft ausklingen lassen, ohne Perfektionsdruck.
- Licht steuern: abends dunkler/dimmer, morgens hell starten.
- Schlafumgebung: ruhig, dunkel, eher kühl.
- Koffein & Alkohol: nicht dogmatisch, aber bewusst testen, was dir bekommt.
Natürlich orientierte Schlafumgebung
- Kühl und gut gelüftet: vielen hilft ein eher kühles Schlafzimmer.
- Atmungsaktive Textilien: z. B. Baumwolle oder Leinen; im Winter empfinden manche Wolle als angenehm temperaturausgleichend.
- Weniger Reize: Ordnung und reduzierte Lichtquellen unterstützen das „Runterfahren“.
Konkrete Schritte: Mini-Checkliste für heute Abend
Checkliste
- Schlafzimmer so dunkel wie möglich machen (kleine Lichtquellen reduzieren).
- Einmal kurz lüften und die Temperatur eher niedrig halten.
- 60–90 Minuten vor dem Schlafen keine „Hochaktivität“ mehr (Mails, News, stressige Gespräche).
- Letztes Koffein früher am Tag testen (Zeitpunkt ist individuell).
- Wenn du wachliegst: Druck rausnehmen, freundlich mit dir bleiben.
10-Minuten-Routine
- 2 Minuten: Licht dimmen, Handy weglegen oder Flugmodus.
- 4 Minuten: warm waschen/duschen oder sanft dehnen.
- 3 Minuten: Gedanken-Parkplatz: kurz notieren, was morgen wichtig ist.
- 1 Minute: ruhige Atmung, z. B. länger aus- als einatmen.
Fehler, die viele machen
- „Ich muss durchschlafen“ → Besser: kurze Wachmomente als normal einordnen, Druck senken.
- Schlaftracker als Richter → Besser: Trends über Wochen betrachten und das Tagesgefühl mitbewerten.
- Spätes, grelles Licht → Besser: abends dämpfen, morgens bewusst hell starten.
- Schlafzimmer als Büro oder Scroll-Zone → Besser: möglichst klare Trennung (Schlaf = Ruhe).
- Langes Grübeln im Bett → Besser: kurz aufstehen, etwas Ruhiges machen, dann wieder ins Bett.
FAQ: Schlafphasen – wie viele sind normal?
Wie viele Schlafphasen gibt es (als Schlafstadien)?
In der üblichen Einteilung sind es 4 Stadien: N1, N2, N3 (Non-REM) und REM.
Wie viele Schlafphasen pro Nacht hat man (als Schlafzyklen)?
Meist sind es 4 bis 6 Zyklen. Wie viele Schlafphasen pro Nacht du hast, hängt vor allem von deiner Schlafdauer ab.
Ist es schlimm, wenn ich nachts kurz wach werde?
Meist nicht. Kurze Wachmomente sind häufig. Wichtiger ist, ob du dich über den Tag hinweg insgesamt erholt fühlst.
Wann habe ich am meisten Tiefschlaf und wann am meisten REM?
Bei vielen liegt mehr Tiefschlaf in der ersten Nachthälfte, mehr REM-Schlaf in der zweiten.
Kann ich meine Schlafphasen verbessern, ohne Gadgets?
Oft ja: vor allem über einen stabileren Rhythmus, weniger Abendlicht, einen ruhigeren Übergang in die Nacht und eine angenehme, natürliche Schlafumgebung.
Orientierung statt Perfektion
Schlaf ist lebendig: Manche Nächte laufen rund, andere weniger. Das Ziel ist nicht, jede Phase „perfekt“ zu erreichen, sondern insgesamt ruhigere Nächte und mehr Erholung. Wenn du möchtest, starte für sieben Tage mit einem Hebel (zum Beispiel eine feste Aufstehzeit oder gedimmtes Abendlicht) und beobachte, was sich verändert.